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Ratgeber · Stand 30.10.2026

Sind Duftzwillinge legal? Die Rechtslage in Deutschland

Ein Duftzwilling ist in Deutschland nicht automatisch verboten, aber auch nicht automatisch erlaubt. Es kommt darauf an, wie er beworben wird. Nach § 6 UWG ist vergleichende Werbung unlauter, wenn sie zum Beispiel den Ruf einer geschützten Marke ausnutzt oder die Ware als Imitation oder Nachahmung einer Markenware darstellt. Der EuGH hat das 2009 im Fall L'Oréal/Bellure für Vergleichslisten und Duftbeschreibungen zu Markenparfums bejaht. Dies ist eine Zusammenfassung veröffentlichter Quellen und kein Rechtsrat.

Kein Rechtsrat

Ich bin keine Juristen. Diese Seite fasst veröffentlichte Quellen zusammen, sie prüft keinen Einzelfall und ersetzt keine Beratung. Gesetze und Urteile können sich ändern, der Stand steht oben auf der Seite (30.10.2026).

Was § 6 UWG regelt

Der Paragraf behandelt vergleichende Werbung, also Werbung, die einen Mitbewerber oder dessen Waren erkennbar macht. Sie ist nur zulässig, wenn sie nicht gegen eine Reihe von Regeln verstößt. Für Duftzwillinge sind zwei davon naheliegend: Der Vergleich darf die Wertschätzung eines Kennzeichens (etwa einer Marke) nicht in unlauterer Weise ausnutzen oder beeinträchtigen. Und er darf eine Ware nicht als Imitation oder Nachahmung einer unter einem geschützten Kennzeichen vertriebenen Ware darstellen.

Den genauen Wortlaut und die vollständige Liste finden Sie im Gesetzestext: § 6 UWG bei gesetze-im-internet.de.

EuGH, L'Oréal/Bellure (2009)

Das Verfahren (C-487/07) betraf einen Hersteller von Nachahmungen bekannter Parfums, der Vergleichslisten verwendete, die die Nachahmung dem Original zuordneten. Der Gerichtshof hat am 18.06.2009 entschieden. Ich habe für diese Seite die Entscheidung über die Quellen unten nachvollzogen, den Volltext aber nicht Satz für Satz ausgewertet. Deshalb gebe ich hier nur die Einordnung wieder, dass Vergleichslisten und Hinweise auf Originalmarken je nach Ausgestaltung als Ausnutzung des Rufs einer Marke oder als Darstellung als Imitation unzulässig sein können.

Lesen Sie die Entscheidung selbst: Urteil bei EUR-Lex oder den Eintrag bei WIPO Lex.

BGH, Parfümimitate (2011)

Laut der Meldung von Legal Tribune Online hat der Bundesgerichtshof im Verfahren I ZR 157/09 am 05.05.2011 entschieden, dass der Handel mit Parfümimitaten nicht gleich unlautere Werbung ist. Den Wortlaut des Urteils habe ich nicht gelesen. Das passt zur Aussage oben, dass es auf die Art der Werbung ankommt und nicht auf den Verkauf eines ähnlichen Duftes allein: Bericht bei LTO.

Was Sie als Käufer wissen sollten

Als Käufer eines Duftzwillings gehen Sie nach allem, was ich gelesen habe, kein rechtliches Risiko ein, die Fragen betreffen vor allem Händler und Hersteller. Das ist meine Einordnung aus den Quellen und keine Zusicherung. Kanzleien wie WBS Rechtsanwälte beschreiben Abmahnungen gegen Händler und nennen dort Urteile des OLG Frankfurt und des LG Hamburg, die ich nicht selbst geprüft haben: Beitrag von WBS Rechtsanwälte.

Auch diese Seiten nennen Originalnamen, damit man Dupes findet. Ich stelle die Dupes dabei als eigene Produkte der jeweiligen Hersteller dar, mit der Zuordnung, die der Hersteller oder Händler selbst veröffentlicht. Ob jede einzelne Händlerdarstellung zulässig ist, kann ich nicht beurteilen.

Quellen

Weiter: wie ich Dupes dem Original zuordnen.

Wie diese Seite entsteht

Dieser Ratgeber enthält keine Listen aus dem Katalog. Ich habe die unten verlinkten Quellen gelesen und fasse zusammen, was dort steht. Wo ich nur eine Zusammenfassung gelesen habe und nicht das Urteil selbst, sage ich das. Ein Anwalt ist die richtige Adresse für den Einzelfall.Die Zuordnung zwischen Dupe und Original stammt vom Hersteller oder aus der verlinkten Quelle, ich rieche die Düfte nicht selbst und bewerte die Duftnähe hier nicht.Markennamen nenne ich nur beschreibend, sie gehören den jeweiligen Inhabern. Alle Regeln stehen in der Methodik. Stand: 30.10.2026.

Häufige Fragen

Sind Duftzwillinge in Deutschland legal?

Das Gesetz verbietet den Verkauf eines ähnlichen Duftes nicht pauschal. Streit entsteht bei der Werbung. Unzulässig kann es sein, den Ruf einer Marke auszunutzen oder die eigene Ware als Imitation oder Nachahmung der Marke darzustellen (§ 6 UWG). Ob ein konkretes Angebot zulässig ist, entscheiden im Streitfall Gerichte, deshalb ist diese Seite kein Rechtsrat.

Was hat der EuGH zu Parfum-Dupes entschieden?

Im Urteil vom 18.06.2009 (C-487/07, L'Oréal/Bellure) ging es um Nachahmungen bekannter Parfums, die mit Vergleichslisten und Hinweisen auf die Originalmarken vertrieben wurden. Nach den von mir gelesenen Zusammenfassungen sah der Gerichtshof darin unter bestimmten Voraussetzungen eine unlautere Ausnutzung des Rufs der Marke. Den Volltext des Urteils habe ich hier nicht ausgewertet, bitte im verlinkten Urteil nachlesen.

Warum nennt diese Seite dann Originalmarken?

Ich nenne Markennamen beschreibend, damit nachvollziehbar ist, welches Produkt gemeint ist, und verkaufen selbst keine Düfte. Ob eine bestimmte Darstellung zulässig ist, beurteile ich nicht. Die Zuordnung der 981 Dupes im Katalog stammt vom Hersteller oder von der verlinkten Händlerseite.

Was passiert, wenn ein Händler abgemahnt wird?

Dazu verweise ich auf die Kanzleiartikel in der Quellenliste, zum Beispiel den Beitrag von WBS Rechtsanwälte, der Urteile des OLG Frankfurt und des LG Hamburg nennt. Ich habe diese Urteile nicht selbst geprüft. Wer selbst Dupes verkauft oder abgemahnt wurde, sollte eine Anwältin oder einen Anwalt fragen.

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